Samstag, 10. April 2010

Chileurlaub












Nachdem wir mit paar Leuten die Isla del Sol besucht hatten (da gehts fuer mich morgen wieder hin fuer nen Monat) wollten Eva, Niko, Hannaha und ich eigentlich nach Máncora in den Norden von Peru fahren. Allerdings hatten wir alle andere Vorstellungen von dem Urlaub inklusive dessen Laenge.

Letztendlich haben wir uns auf Iquique, Chile geeinigt. Das ist erstens nicht sooo weit weg und zweitens konnte ich da auch Surfen ausprobieren. Dort angekommen haben wir erst mal festgestellt (gut vorbereitet wie wir waren) dass die Ortschaft eigentlich doch ganz schon gross ist mit seinen 260.000 Einwohnern. Nach nen Tag haben wir uns im Backpackers Jugendhostel eingenistet. Ueberasschend fuer uns war, wie fortschrittlich Chile im Gegensatz zu Bolivien ist. Zugegebenermassen ist die Waehrung sehr schwach, (690 chilenische Pesos = 1 € ) dort kann man in etwa jedoch so alles kaufen wie in Deutschland auch. Es gibt guten Kaese, gute Weine, gute Wurst, allerdings auch relativ europaeische Preise. Nach 2-3 Tagen sind wir dann auch fuer zwei naechte zu nem kleinen Fischerdorf rausgefahren weil uns die Stadt zu sehr gestresst hat (shopping...).
Dort waren wir die einzigen Gaeste, recht viel war dort auch wirklich nicht los, aber dafuer hat sich die Unterkunftbesitzerin komplett individuell auf uns eingestellt.
In Iquique hab ich dann auch ein wenig Surfen ausprobiert, muss ich aber definitiv noch laenger ueben bis das was ordentliches wird. Sandboarden wollt ich auch noch machen, ist aber leider nicht zusammengegangen.

Demnach sind wir gestern Abend wieder nach La Paz zurueckgefahren, morgen fahr ich auf die Isla del Sol, Photos gibts spaeter, die anderen wollen jetz noch los zum deutschen Baecker!

Mehr als Halbzeit. Zwischenberichte

Zwischenbericht Oktober bis Dezember:

Die drei Monate ueber hab ich in Camiri verbracht. Nach einer anstrengenden Busfahrt ueber 16 Stunden haben uns (Chris und ich) die beiden Weltwaertsen Hannah und Niko herlich begruesst und uns die Lokalitaeten gezeigt. Auch gleich abgefangen hat uns der nette Junge Roy (so denken wir bis heute dass er heisst, wahrscheinlich stimmts auch) und uns erst mal den Fluss gezeitgt. Anschliessend konnten wir ihm auch den "leckeren" Krug Zuckerrohrsaft nicht abschlagen. Jonas (der dritte Zivi dort) hatte in der Zeit noch Sprachkurs.
Nach einem kleinen Nickerchen wurden wir von Niko und Hannah mit drei Weinflaschen aufgeweckt, den abend haben wir mit den netten Kanadiern, die auch in Camiri mit Bolivianern ein dreimonatiges Austauschprogramm am Laufen hatten.

Die naechsten Tage wurden wir in unsere Arbeit eingefuehrt. Vormittags gings mit Christoph auf eine abgelegene Schule wo wir zunaechst erstmal gar nichts zu tun hatten. Zwar standen dort einige neuwertige Computer rum, die noetigen Adapter (eine kleinigkeit) fehlte jedoch um diese in Betrieb zu nehmen. Da wir auch danach erst mal keine grossen Aufgaben zugewiesen bekamen haben wir erst mal die Zeit mit Solitaerspielen verbracht.

Nachmittags gings fuer Christoph auf die Farm, wo man immer einiges zu tun hatte. Die Temparaturen um die 30ºC haben zur Erschopfung auch immer recht gut beigetragen. Zu standardarbeit wurde dabei eindeutig Exkremente mit Schubkarren aufs Feld karren, aber auch Bewaesserungen legen, Holzstaemme aufschichten und spaeter auch ganztaegige Feldarbeit waehrend der Regenzeit (Unkraut jaeten mit der Spitzhacke!!!)

Fuer mich gings nachmittags ins Krankenhaus, wo ich die ersten Wochen auf der Kinderkrankheitsuntersuchungstation oder kurz "SUMI Consultorio" dem zustaendigen Arzt bei der Untersuchung geholfen habe. Highlight: Die Mutter die die Diarreastoffwindel ihres erkrankten Kindes mitdabei hatte. TOP! Aber eigentlich ne super Arbeit, die mir gefiel und meinem Spanisch auf jeden Fall foerderlich war. Spaeter war der Arzt der mich immer mitnahm allerdings nicht mehr so oft im Krankenhaus und ich ging mit Niko immer zur Notaufnahme wo man auch einiges anschauen konnte. Die Hygienestandards sind dabei weit nicht so hoch wie in Deutschland, aber ab und zu auch ganz ok. Zumindestens bei der Kaiserschnittoperation bei der ich zuschauen durfte war alles schon so ziemlich steril.

Leider gabs da immer nur was zu tun wenn Patienten kamen, deswegen hab ich mit Niko auch immer die Fussballchampionsleaguespiele im Wartezimmer mitverfolgen koennen. Spaeter haben wir dann auch die Arbeiten nachmittags untereinander aufgeteilt, der eine ging mal zur Farm, die anderen ins Krankenhaus etc.

Als Niko Sprachkurs hatte gings auch mit meiner Arbeit in der Schule bergauf, ich gab Computerunterricht und half bei Mathe, Englisch etc. den Lehrern. Ansonsten halt Fussballspielen aufm Pausenhof - auch gut.

Waehrend meines Sprachkurses fuer drei Wochen gings dann wieder nach Sucre. So im Nachhinein war das eigentlich ne sehr laessige Zeit, an einem Wochenende haben wir uns zu viert fuer drei Tage 250ccm Motorraeder gemietet und sind bisschen zu den anderen Doerfern gefahren (Alcalá, Cajamarca). Fuehrerschein ist fuer uns nicht notwendig gewesen, ich und Marius hatten auch keinen dafuer, leben tun wir trotzdem noch.

Als ich wieder nach Camiri gekommen bin gabs Schulferien, das heisst ich bin mit Jonas und Chris jeden Tag aufs Feld von morgen bis abends und haben dort ganz schoen gebueffelt (Die besitzerin von dem Teil lasst die Ertraege Schulen oder so zufliessen, deswegen machen wir das). Die Farmarbeiter (Migueeeel und seine beiden Jungs) haben uns auch einiges an Schimpfwoertern beigebracht.

Nebenher hatten wir immer ne gute Beziehung zu den Bolivianern und Kanadiern aus ihrem Programm, auch auserhalb haben wir gute Kontakte aufgebaut. Dabei zu erwaehnen ist auch der legendaere deutsch-kanadisch-bolivianische Geschlechtertrennungsabend wo die Jungs aus Billard ein Trinkspiel gemacht haben und die Maedls sich stumpf mit snacks die Naegel im Voluntarierhaus lackiert haben. Das darauffolgende Aufeinandertreffen war auf jeden Fall sehenswert.

Dann ging die Camirizeit auch schon wieder zu Ende fuer mich, danach gings auf die Salz und Silbertour nach Uyuni, Potosi und dann die Deathroad runter wo ich mich auch sauber aufs Maul gelegt hab. (Gangschaltung zerfetzt -> 100€ futsch)

Mittwoch, 13. Januar 2010

Salz und Silbertour - Potosi, Salar de Uyuni, La Paz









































Am 2. Januar morgens gins dann mit einer Trophy (Fernreisetaxi) 2 1/2 Stunden ab nach Potosi, wo wir am Nachmittag noch eine Fuehrung durch eine Mine des Cierro Rico (reicher Berg) hatten. Dort arbeiten Maenner hart daran, Zinn-, Silbererze und andere Metallhaltige Gesteine aus dem Berg abzubauen. Dabei sind sie teilweise bis zu 20 Stunden in der Mine und sprengen das Material mit Hilfe von Dynamit und Plastiksprengstoff heraus. Die Luft in den Schaechten ist sehr staubig und schlecht, umso weiter man in den Berg vordringt desto waermer wirds auch - nicht gerade ne angenehme Arbeit, weswegen die Minenarbeiter auch reichlich Alkohol und Coca konsumieren, um die Anstrengungen ertragen zu koennen.



Leider hab ich da meine Speicherkarte vergessen gehabt, Bilder gibts von Potosi ein andermal (muss ich mir erst noch besorgen).



Am naechsten Tag haben wir uns nach der Bisichtigung des Muenzpraegmuseums in Potosi weiter auf nach Uyuni gemacht, einer Touristenretortenstadt am Rande des groessten Salzsees der Welt, der "Salar de Uyuni". Schon bei der Ankunft wurden wir angesprochen ob wir nicht so eine Tour im Jeep durch die Salzwueste machen wollen, unsere war jedoch schon gebucht und wir haben unser Gepaeck ins Hostal geschleppt, wo man nur einmal pro Nacht duschen darf (maximal 7 Minuten!), fliessend Wasser gibst auch nur ab und zu, Abhilfe schaffen grosse Regentonnen mit kleinen Eimern fuer Klospuelung und Waschbecken.



Tags drauf gings dann auch schon mit dem Jeep los, auf dem Dach hatten wir unser Gepaeck, Essen, Wasser und nen Gasherd mit Kartusche. Damit hat uns unser Fahrer an den Aufenthalten immer sehr gut bekocht, wir mussten nie an Hunger leiden. Erst mal gings aber noch zu einem alten Zugfriedhof, da konnte man wunderbare Photos schiessen.



Auf dem Salzsee um die Ecke dann angekommen konnten wir dann gleich mal unsere Kreativitaet auslassen. Da wir uns in einer perspektivlosen Umgebung ohne Orientierungspunkte werden schier unzaehlige Moeglichkeiten der Photomanipulation eroeffnet, wir hatten unseren Spass. Die Sonneneinstrahlung jedoch ist in der Salzwueste enorm, zum einen befindet die sich auf ca. 3500m, zum anderen werden die UV Strahlen auch noch von der Wueste von unten reflektiert. Jean hatte sich vergessen einzucremen und lief fortan nur noch als Tomate rum.



Wieso es eigentlich den Salzsee gibt? Frueher war der See ein Teil des Pazifiks, der dann aber von allen Seiten durch die entstehenden Anden eingekesselt und somit einfach mal ein paar Kilometer wie bei einem Lift nach oben befoerdert wurde. Dort ist er dann langsam ausgetrocknet und uebrig ist jetzt nur noch sein Salz. Damals wie Heute gibts auch noch 1-2 Inseln, bei einer haben wir zum Mittagessen angehalten und weitere Photos geschossen.



Geschlafen haben wir in einem kleinen Hostal am Rande des Salzsees, es gab sogar Solarstrom zum aufladen von Kamera und Mp3 Player, die Dusche war aber kalt weil wir nicht gesehen haben dass es sogar einen gasbetriebenen Bolier gab, der nur darauf gewartet haette eingeschaltet zu werden.



Die naechsten zwei Tage haben wir Gesteinsformationen, Geysire, Flamingos und Lagunen, Mondlandschaften, Wuesten und sogar SCHNEE!!! auf 6000m hohen Bergen gesehen, kurz vor Schluss waren wir sogar ganz im Suedweseten auf Sichtweite mit Chile.



Schliesslich sind wir wieder nach Uyuni zurueckgekehrt, haben unser restliches Gepaeck geholt, noch was gegessen und sind weiter nach La Paz, dem letzten Ort unser von Volunta gesponsorten Reise. Dort gings dann erst mal in ne deutsche Kneipe ein Weissbier trinken (die anderen entsprechend Veltins, Bitburger und so Zeug). Deswegen haben wir wohl auch die erste Tourirundfahrt durch La Paz verpasst, das haben wir andern Tags nachgeholt.



Ebenfalls haben wir uns dazu ueberwunden die Death Road, die gefaehrlichste Strasse der Welt mit dem Mountainbike runterzubrettern. Fuer 25€ bekam man Hin- und Rueckfahrt, ne Photo CD, ein T-Shirt, zwei Snacks, Mittagessen und ein Hostal mit Schwimmbad und Duschen zum Entspannen zur Verfuegung gestellt. Kein schlechtes Angebot eigentlich, wenn man nicht 50m vor Schluss bei nem Rennen hinfaellt, die Ganschaltung am rechten Teil des Lenkers total wegsprengt, durch den Sturz die naechsten Tage kaum gehen kann und dann auch noch 100€ fuer den Schaden extra zahlen muss. Lustig wars aber trotzdem.



In La Paz haben wir dann noch einen Abstecher nach Tiwuanaku gemacht, einer alten Ruinenstadt, viel weiter entwickelt als die Inca, aber ziemlich in Vergessenheit geraten. Jetzt bin ich grad wieder in Sucre und bereite mich auf meinen Sprachkurs vor, bis zum 18. muss ich noch ein Buch lesen und vier Lieder auswendiglernen.